In Niedersachsen zeichnen sich derzeit zwei bedeutende Entwicklungen in der Arbeitswelt ab.
Positiv: Die Mühldorfer AG hat die in Leer ansässige GeVo GmbH übernommen – ein Schritt, der Expansion und Modernisierung verspricht.
Andererseits hat der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich angekündigt, sein Werk in Lüneburg bis 2027 zu schließen, was hunderte Arbeitsplätze gefährden könnte.
Zwischen Investition und Rückzug
Das bayerische Unternehmen Mühldorfer AG hat die in Ostfriesland gelegene GeVo GmbH übernommen. Der Zukauf ist Teil der Strategie, den europäischen Markt auszubauen und Leer zu einem Kompetenzzentrum für Wildvogelfutter zu entwickeln.
Leer liegt im Nordwesten Deutschlands, nahe der Nordseeküste und der niederländischen Grenze.
Die GeVo GmbH bringt 35 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Wildvogelfutter mit und firmiert künftig unter dem Dach der Mühldorfer Gruppe. Der Konzern plant, kräftig in den Standort in Niedersachsen zu investieren, um sein White-Label-Geschäft weiter auszubauen.
Im Gegensatz dazu will das in Hamburg ansässige Unternehmen Jungheinrich sein Werk in Lüneburg bis 2027 schließen; betroffen sind 380 Arbeitsplätze. Lüneburg liegt etwa 50 Kilometer südöstlich von Hamburg und ist bekannt für seine Backstein-Architektur aus dem Mittelalter.
Als Grund nennt Jungheinrich eine veränderte Nachfrage nach Gabelstaplern und Lagertechnik. Weil die Kundschaft zunehmend kostengünstigere Lösungen sucht, geraten die Unternehmen unter Preisdruck.
Auch an den Standorten Norderstedt und Hamburg rechnet Jungheinrich mit Stellenabbau; konkrete Zahlen wurden noch nicht veröffentlicht.
Gegenläufige Trends auf Niedersachsens Arbeitsmarkt
Während die Mühldorfer AG Wachstum und Modernisierung vorantreibt, laufen im Werk Lüneburg die Vorbereitungen für einen Abbau, der dort keine Stammbelegschaft mehr zurücklassen würde.
Diese beiden Entwicklungen zeigen, wie komplex die Arbeitswelt in Niedersachsen ist – geprägt von innovativen Unternehmen und globalen Markttendenzen.
Der Kontrast macht deutlich, dass Fortschritt in einer Region oft mit Rückschritt in einer anderen einhergeht. Gleichzeitig verdeutlicht er das ungleiche Tempo des Wandels, das lokale Wirtschaften und Beschäftigungssicherheit immer wieder herausfordert.

